Freitag, 11. Juli 2025

Weingut Hirsch 2021 Zöbinger Heiligenstein-Rotfels



2021 Hirsch Zöblinger Heiligenstein Rotfels

Mittelgelb
In der Nase zwar noch kompakt, aber mit erkennbarer Tiefe; knapp reife gelbe Frucht, auch grüne Frucht (Stachelbeere?) sowie Kräuter
Am Gaumen viel Substanz und Tiefe, gelbfruchtig (aber auch hier eher in der knapp reifen Variante), steinige Mineralik, hervorragend integrierte Säure, nicht völlig trocken, lang und nachhaltig.
Ein grosser Riesling, der noch nicht alles zeigt.

95-97, bis 2035

Samstag, 14. Juni 2025

Josef Rosch 2010 Trittenheimer Apotheke Riesling Beerenauslese



2010 Josef Rosch Trittenheimer Apotheke Riesling Beerenauslese 

Tiefbraun, am Rand mit goldenen Reflexen
Sehr sauberer Duft von mittlerer Intensität nach Nüssen, Pflaumen und Trockenfrüchten
Am Gaumen steht der ausgeprägten Süße eine fulminante Säure gegenüber, die dem Wein alles Schwere nimmt. Ein großartiges Konzentrat von Trockenfrüchten mit viskoser Textur und langem, durch die pikante Säure geprägtem Abgang.
Großartige Beerenauslese und einmal mehr ein hervorragender Süßwein von Josef Rosch 

95-97, bis mindestens 2040 und wahrscheinlich viel länger 

(April 2024, Originalbericht hier)

 

J.J. Prüm 2017 Graacher Himmelreich Auslese

 


2017 J.J. Prüm Graacher Himmelreich Riesling Auslese

Mittleres Gelb, noch ein klein wenig Kohlensäure im Glas
Intensiver und animierender Duft nach gelben und auch exotischen Früchten (Maracuja!), etwas Rauch
Am Gaumen grandios: fest gebaut mit perfekter Süße-Säure-Balance, wieder ausgeprägter, teils exotischer Frucht und großer Intensität, hallt mindestens eine Minute nach.
Extrem präziser Wein mit einer Säure wie ein Laserschwert. Großes Riesling-Kino.

95-97, bis 2040+ 

(März 2025, Originalbericht hier)

Mittwoch, 29. Januar 2025

1997 Nikolaihof Riesling Fass Severin


1997 Nikolaihof Riesling "Fass Severin" Vinothek

Goldgelb
Im Duft anfangs sehr verhalten, mit gelben Früchten und etwas Zitrus. Mit Belüftung und etwas höherer Temperatur deutliche Kräuternoten; immer noch nicht sehr intensiv, aber komplex und vielschichtig
Nach zwei Tagen deutlich intensiverer und komplexer Duft mit primär kräutriger Aromatik
Auch am Gaumen komplex, wieder Kräuternoten, perfekt integrierte Säure, herber Saft, langes, wieder kräutriges Finale
Ein großartiger, in sich ruhender Riesling, den ich eher als Meditationswein denn zum Essen trinken würde.

95-97, zeigt keine Anzeichen von Müdigkeit und sollte noch einige Jahre vor sich haben  

(Januar 2025, Originalpost hier) 

Montag, 13. November 2023

Dönnhoff 2006 Niederhäuser Hermannshöhle Spätlese

2006 Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese

Reifes Goldgelb mit leichtem Orangeschimmer
Absolut reintöniger, animierender und mineralisch unterlegter Duft nach Aprikosen. Mit mehr Luft macht sich die Mineralik stärker bemerkbar, der Duft wird komplexer, jetzt auch Orange  
Am Gaumen: Ein Meisterwerk. Sagenhafte Harmonie. Ja, da ist Frucht (viel sogar, vor allem Aprikose), da ist Süße, da ist Säure, da ist ein tiefes mineralisches Fundament. Aber das Ganze ist viel mehr als die Summe der Teile. Nichts drängt sich in den Vordergrund, alles ist perfekt proportioniert. Leicht viskose Textur, ewig langer (wirklich minutenlanger) Nachhall mit Honignoten. Groß.
Man kann Spätlesen anders machen, aber ich weiß nicht, ob man sie besser machen kann. 

95-97 

(Oktober 2023, Originalbericht hier)






Donnerstag, 22. Juni 2023

1996 Müller-Catoir Haardter Bürgergarten Eiswein

1996 Müller-Catoir Haardter Bürgergarten Riesling Eiswein 

Dunkelbraun mit leichtem Rotschimmer
Nach Belüftung sehr ausgeprägter und sauberer Duft nach Trockenfrüchten (vor allem Pflaume), Nüssen, Molasse sowie Back-Gewürzen
Am Gaumen intensive Süße, der aber eine prächtige Säure entgegensteht. Dadurch entsteht ein fast saftiger und animierender Gesamteindruck. Aromatisch wieder viel getrocknete Pflaume. Viskose Textur. Extrem langer (man muss das wirklich in Minuten messen) und wieder überraschend saftig-animierender Abgang. Das ist ganz grosses Süßwein-Kino. Die Mischung aus immenser Intensität, fast viskoser Textur und sehr ausgeprägter Süße einerseits und einem saftig-animierendem Charakter (fast kommt mir das Wort "leichtfüssig" über die Lippen) ist genial. 

98-100, wird bei guter Lagerung wohl noch Jahrzehnte Freude machen 




Montag, 29. Mai 2023

Dönnhoff 2013 Niederhäuser Hermannshöhle GG


Auf der "2013 - Ten Years After-Probe" am 6.5.2023 (Kurznotiz; Originalpost hier): 

Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle 

Großartige intensive Nase
gelbe und rote Frucht, enorme Mineralik, lang

96-98 und Einzug in meine Riesling Hall of Fame

 

Am 29.5.2023 (Originalpost hier)

2013 Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling GG

Reifes Goldgelb
Intensiver und komplexer Duft nach gelben Früchten, Orangen, Rauch, Safran(?)
Auch am Gaumen Rauch, viel felsige Mineralik, sehr klare, fast strahlende gelbe Frucht, harmonisch integrierte Säure, Schmelz und große Länge
Großes Riesling-Kino und jetzt im besten Trinkfenster 

94-96, würde ich in den nächsten drei bis fünf Jahren trinken 


Sonntag, 5. März 2023

Dönnhoff 2021 Niederhäuser Hermannshöhle GG

 


2021 Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling GG

Mittleres Gelb
Direkt nach dem Öffnen (und eigentlich noch zu kalt): Ausgeprägter, etwas wilder Duft mit eher grünen Aromen; Stachelbeere, Kräuter, Wachs, im Hintergrund auch gelbfruchtige Aromen, läßt grosse Tiefe erahnen
Mit mehr Luft kommen gelbfruchtige Aromen und etwas Mandarine zum Vorschein, daneben auch Kokos. Insgesamt sehr straff und mit "kühler" Anmutung.

Am Gaumen noch sehr kompakt, auch hier zunächst grün wirkende Aromatik, vielschichtig, sehr lang und mit bestens dosierter und integrierter Säure. Hat trotz aller Komplexität nichts Schweres an sich. 

Über mehr als eine Woche verändert sich der Wein praktisch nicht. 

Ein grosser Riesling, der aber noch nicht zeigt, was er wirklich kann.

95-97+, auch wenn der Wein jetzt schon Größe zeigt, sollte er besser noch ein paar Jahre im Keller verbringen

(März 2023, Originalbericht hier)

Sonntag, 18. September 2022

Dönnhoff 2021 Norheimer Dellchen GG

 


2021 Dönnhoff Norheimer Dellchen Riesling GG 

Kräftiges Strohgelb
Zwar noch etwas monolithisch wirkender, aber intensiver und sehr reintöniger Duft mit deutlich wahrnehmbaren Noten von Zitrus und gelben Früchten (Pfirsisch), daneben auch Gewürznoten (Kurkuma?). Mit etwas mehr Luft kommen frische Pflaumen hinzu.  Der Duft wird intensiver und bekommt eine strahlende Anmutung. Am zweiten und dritten Tag weitgehend unverändert; ich bildete mir ein, einen Hauch Kokos wahrgenommen zu haben.
Am Gaumen wirkt der Wein noch sehr unfertig. Er baut sofort Druck am Gaumen auf, die Frucht ist aber noch nicht entfaltet. Hervorragend intrgrierte reife Säure, unaufdringlich-präsente Mineralik, sehr langes Finale. Am zweiten und dritten Tag sind klare gelbfruchtige Noten wahrnehmbar.
Ohne Zweifel ein großer Riesling, der, wenn man ihm Zeit und Luft gibt, jetzt schon andeutet, was er kann, der aber eigentlich noch reifen muss.

95-97, die restlichen Flaschen sollten noch drei bis fünf Jahre im Keller ruhen und werden danach bis weit ins nächste Jahrzehnt Freude bereiten. 


(September 2022, Originalbericht hier)

Sonntag, 29. Mai 2022

Dönnhoff 2006 Niederhäuser Hermannshöhle Auslese

 



 

2006 Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Auslese 

Bernsteinfarben
Recht intensiver und reintöniger Duft nach Trockenfrüchten (Aprikose!), auch nussige Noten und etwas Orange. Das fügt sich zu einer sehr schönen Komposition
Am Gaumen ist das pure Harmonie aus Frucht, Süße und einer Säure, die das Ganze perfekt abrundet. Minutenlanger Nachhall.
Das ist eine große Riesling Auslese. Das Spektakuläre daran ist, das nichts daran spektakulär ist. Es gibt nichts Lautes oder gar Vorlautes - aber es ist alles da, in der richtigen Menge, an der richtigen Stelle und perfekt proportioniert. 

95-97 Sollte m.E. in den nächsten Jahren ausgetrunken werden

(Mai 2022)

Sonntag, 5. April 2020

2018 Keller Abtserde GG

2018 Keller Westhofener Brunnenhäuschen Abtserde Riesling GG
Sattes Gelb
In der Nase (natürlich) noch ganz am Anfang der Entwicklung, dominante Mineralik, dahinter ein kompakter Fruchtkern mit Noten von Zitrusfrüchten, Orangenschale und Zitronengras
Am Gaumen eine zupackende, fast beissende kalkige Mineralik, enorme Intensität und Komplexität, ein noch nicht aufgefächertes Aromenknäuel, sehr lang.
Das ist ganz grosses Riesling-Kino. Der Wein gibt jetzt einen kurzen Blick frei auf das was er kann, aber "eigentlich" sollte er für besser 10 als 5 Jahre im Keller verschwinden.
95-97+, ab 2025

(April 2020, Originalbeicht hier)


Freitag, 14. Juni 2019

Keller 2009/11/13 Westhofener Brunnenhäuschen AbtsE TBA GK




2013 Keller Westhofener Brunnenhäuschen AbtsE Trockenbeerenauslese Goldkapsel
In der Nase sehr intensiv, Rosinen, Früchtebrot, Feigen.
Am Gaumen dickflüssig, Tee, Trockenfrüchte, minutenlanger Nachhall.
95-97

2011 Keller Westhofener Brunnenhäuschen AbtsE Trockenbeerenauslese Goldkapsel
Wieder sehr intensive Nase mit Noten von Rosinen, Trockenfrüchten und Schwarzbrot
Am Gaumen viskose Textur, getrocknete gelbe Früchte, ewig lang.
94-96

2009 Keller Westhofener Brunnenhäuschen AbtsE Trockenbeerenauslese Goldkapsel
In der Nase intensive Noten gelber Früchte, viel Aprikose
Am Gaumen eine perfekt gereifte TBA, großartige Fruchtintensität mit dominierenden gelbfruchtigen Aromen
Wirkt trotz der enormen Süße nie schwer, ewig lang.
98-100

(Mai 2019, Originalbericht hier)

Dienstag, 21. Mai 2019

2012 Domaine Trimbach Clos St. Hune
Eindeutiger Höhepunkt einer Verkostung von vier Rieslingen der Domaine Trimbach war der 2012er Clos Ste Hune. Wunderbare Nase, tief, intensiv, Apfel, eingebettet in ein komplexes Aromengeflecht. Am Gaumen noch sehr jung wirkend, perfekte Harmonie der Komponenten, Meditationswein, groß. 95-97 und aufgenommen in die Riesling Hall of Fame

(Juli 2018, Originalbericht hier) 








Montag, 6. Mai 2019

2014 Kuehn Sankt Nikolaus GG


 

2014 Peter Jakob Kühn Mittelheimer Sankt Nikolaus Riesling GG
Recht dunkles, reif wirkendes Goldgelb
In der Nase intensiv und vielschichtig, Kräuter, kandierte Zitrusfrüchte. Mit mehr Luft treten die Fruchtnoten stärker in den Vordergrund und es ist ein Hauch von Kamille(?) wahrnehmbar. 
Am Gaumen sehr komplex und tiefgründig, straff, ausgeprägte Mineralik trifft auf eine ausgeprägte, aber hervorragend integrierte Säure. Aromatisch dominieren Kräuter und wieder Zitrusfrüchte, feiner Schmelz, sehr lang. Trotz seiner Komplexität und Mineralität wirkt der Wein "warm" und macht nicht satt.
Das ist sicher kein archetypischer Rheingauer Riesling (ich weiß nicht, wo ich den Wein hingesteckt hätte, wenn man ihn mir blind serviert hätte), aber ebenso sicher ist das ein grosser Wein.
95-97, bis 2030 aufgenommen in meine Riesling Hall of Fame. 

(April 2019, Originalbericht hier) 


Einweiteres Mal verkostet im März 2023 (Original hier): 

2014 P.J. Kühn Mittelheimer Sankt Nikolaus Riesling GG 

Reifes Goldgelb
Schon direkt nach dem Öffnen entströmt dem Glas ein ebenso faszinierender wie schwer zu beschreibender  Duft. Da sind vor allem kräutrige Noten (Kamille?), daneben etwas Zitrus. Mit mehr Luft und Temperatur noch intensiver und mit einer deutlich mineralischen Komponente
Baut am Gaumen sofort eine druckvolle Präsenz auf, aromatisch sind da wieder Kräuter und (teilweise kandierte) Zitrusfrüchte, vor allem ist da aber eine den Wein marmorierende Säure und ein sehr griffiges Mundgefühl. Kilometerlanger Abgang - der Wein bleibt wirklich minutenlang am Gaumen haften. 
Das ist nicht einfach "nur" ein großer Riesling, sondern eine Ikone. Vor Jahren habe ich den Wein mit 95-97 bewertet und in meine Riesling Hall of Fame aufgenommen. Ich habe mich gestern und heute gefragt, was an diesem Wein besser sein müsste, damit er die Höchstbewertung verdient. Mir ist nichts eingefallen.

98-100, Potential bis ins nächste Jahrzehnt






2017 Dönnhoff Hermannshöhle GG

2017 Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling GG
Kräftiges Mittelgelb, aber etwas heller als der Magnus
Im Duft vor allem mineralisch geprägt, dahinter angedeutete gelbfruchtige Aromen, die mit mehr Luft intensiver werden, tief
Am Gaumen wirkt das abgrundtief, prägende Mineralik, dabei von grosser Klarheit. Perfekt integrierte Säure, sehr lang. Braucht Zeit.
95-97 aufgenommen in meine Riesling Hall of Fame

(April 2019, Originalbericht hier)




2004 Weil Gräfenberg GG

2004 Robert Weil Kiedricher Gräfenberg GG
Mittleres Gelb
In der Nase nach etwas Belüftung ausgeprägter Duft nach Kräutern, Limettenschale, mit mehr Luft dann auch kandierte Zitrusfrüchte und etwas Orange.
Am Gaumen straff, mit lebhafter Säure, mehr durch eine ausgeprägte Mineralik als durch Frucht geprägt, lang und perfekt balanciert. Wird mit mehr Luft immer besser, zeigt feine Extraktsüße und zunehmend auch kandierte Frucht. Großartiger Riesling. Kommt in meine Riesling Hall of Fame. 
Die 13 Jahre (und auch die 13.5%) merkt man dem Wein nicht an. 
95-97, bis 2020+ aufgenommen in die Riesling Hall of Fame

(Oktober 2017)


2006 Keller Abtserde GG

2006 Keller Riesling GG Abtserde
Reifes Goldgelb
Beim Riechen springen mich gleich kandierte Zitrusfrüchte an. Die Nase ist intensiv und tief, mit Belüftung kommen zu den Zitrusnoten exotische Früchte hinzu. Das ganze wird begleitet von einer  packenden Mineralität.
Am Gaumen packt sofort die kalkige Mineralität zu, daneben ausgeprägte Zitrusfrucht und wieder exotische Früchte. Sehr lang.
Keinerlei erkennbare Reifenoten; der Wein wirkt tatsächlich eher so, als habe er seine volle Trinkreife auch nach 10 Jahren noch nicht erreicht. Dürfte bei guter Lagerung auf jeden Fall noch viele Jahre vor sich haben. Wer sagt da, daß 2006 ein schwieriger Jahrgang war? Großes Riesling-Kino.
95-97, bis 2025 aufgenommen in die Riesling Hall of Fame

(Mai 2017, Originalbericht hier)